Raus aus den vertrauten Systemen

Gewohntes funktioniert nicht mehr. Die Routinen sind zerbrochen. Das haben wir schon unter Corona festgestellt!

Nun kommen die steigenden Preise und eine große Sorge darüber, ob´s in unseren Räumen im kommenden Winter warm bleiben kann – und wenn ja, zu welchem Preis? Was bedeuten Lieferschwierigkeiten und teure Energie für das Wirtschaftsleben unserer und anderer Gesellschaften? Die Sorgen über eine wachsende Kriegsgefahr treiben uns das ganze Jahr über schon um. Hinzu kommt die Frage, welche Rolle Waffen eigentlich spielen dürfen für ein friedliches Zusammenleben? Immer deutlicher wird: Keiner lebt für sich allein, alles hängt miteinander zusammen und es ist nötig, gewohnte Denkroutinen zu verlassen und Raum zu gewinnen für Neues.

Ansätze dazu, in neues Denken und Handeln hineinzukommen, haben wir seitens des Evangelischen Forums zuletzt in den Bereichen Bildung und Ökologie dargeboten. Am 12.10. mit Prof. Dr. Olaf-Axel Burow in der Christophorusschule in Oberurff und bei einer Exkursion in den Naturpark Hainich mit dem Forstmann Philipp Funck. Eine kleine Nachlese finden Sie in auf der unserer Presse-Seite.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Dierk Glitzenhirn

„Wir gedenken der Toten und bedenken unsere eigene Endlichkeit“

Konfessionell und weltanschaulich übergreifender Gesprächskreis in Kooperation mit ‚café endlich‘

Das Evangelische Forum Schwalm-Eder unterstützt die lokale Kulturinitiative "DAsein", die in Homberg und Umgebung mit Partnern Kunstprojekte realisiert.

Ein Austausch über Abschied, Erinnerung und Hoffnung unter Leitung von Christine Foerster, am Mittwoch, den 9. November 2022, von 16 – 18 Uhr im ‚Kunst+Kultur GLASHAUS‘ in Homberg (Efze), Welferoder Straße 23.

‚café endlich‘ ist ein konfessionsübergreifendes Veranstaltungsangebot der ‚TrauerWEGbegleitung‘ von Christine Foerster, im Rahmen der Trauerseelsorge des Bistums Fulda und unter der Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde Christus-Epheta Homberg (Efze).

Die Veranstaltung ist kostenfrei – eine Anmeldung wird erbeten.

In den vergangenen zwei Jahren war es oft schwierig, manchmal unmöglich, sich von den Verstorbenen zu verabschieden. So soll die Veranstaltung im GLASHAUS helfen, eine Lücke zu schließen und Verarbeitungen anzuregen. Dazu wird ein besonderer Raum gegeben und eingeladen, Verarbeitung von Trauer und Abschied in einem würdigen Austausch zu finden, der den Schmerz über den Verlust verstehen und lindern lässt. Holen Sie diesen Abschied nach, es ist ein wichtiges Ritual, auch für Sie selbst, den Tod zu akzeptieren, sich in einen heilsamen Trauerprozess zu begeben, inneren Frieden zu finden wieder Lebensmut zu schöpfen und sich neuen Lebensaufgaben zu widmen. Der Schmerz kann immer mehr in den Hintergrund treten, doch die Erinnerung an den geliebten Menschen bleibt bestehen. Gerne kann ein selbstverfasster Nachruf zum Vorlesen mitgebracht werden: In Form einer kurzen Biografie, einer Geschichte oder den ‚ungesprochenen‘ Worten. Das ist eine andere Form der würdevollen Erinnerung.

Referentin und Begleiterin: Christine Foerster ist Trauerbegleiterin im Bundesverband Trauerbegleitung (BVT) und ehrenamtliche Hospiz- und Sterbebegleiterin. Seit 2012 arbeitet sie konfessionsübergreifend und begegnet Menschen mit Verlusterfahrungen, unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen kirchlichen Bindung und Nationalität, mit Toleranz, Wertschätzung und Offenheit. Seit 2014 leitet sie das „Café Hoffnungsschimmer“ in Homberg/Efze, im Rahmen des Trauerzentrums Nord, als Angebot der Trauerarbeit im Bistum Fulda. Darüber hinaus führt sie private Einzelbegleitungen von Erwachsenen und Kindern durch. Ihre Ausbildung begann bei Dr. Jorgos Canacakis, Akademie für Menschliche Begleitung (AMB©). Weitere Fortbildungen Ehrenamtlicher in der Trauerbegleitung im Trauer- und Hospiznetzwerk Schwalm-Eder, sowie fortbildende Supervisionen bei Pfarrer Werner Gutheil, Diözesanseelsorger für Trauernde im Bistum Fulda. Weiterbildung durch die Diakonie Hessen, zertifiziert mit dem ‚Großen Befähigungsnachweis‘ des BVT. Zertifizierte Suizid Weiterbildung bei Chris Paul nach den Richtlinien des BVT.

 

Hier finden Sie weitere Ankündigungen: www.da-sein.online 

13.12.2022

Gesichter der Armut

Im Mittelpunkt des Abends steht ein Vortrag von Dr. Melanie Hartmann (Frankfurt am Main), Referentin für Armutspolitik bei der Diakonie Hessen. Sie wird in ihrer Analyse die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der aktuellen Inflation und der Energiepreisexplosion beschreiben und auch Handlungsoptionen benennen.

Außerdem nehmen als Expert*innen teil: Dipl.-Soz.päd./Soz.arb.Jürgen Kurz (Homberg/Efze), Teilhabe-Arbeit des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Schwalm-Eder - Dipl.-Soz.päd./Soz.arb.René Pilack, (Kassel), Schulden und Insolvenzberater im Diakonischen Werk Region Kassel – Dipl. Ing. Milena Mikosch MBA (Homberg/Efze), IHK Kassel-Marburg, Servicecenter Schwalm-Eder. Gesamtmoderation: Pfarrer Dierk Glitzenhirn (Homberg/ Efze), Evangelisches Forum Schwalm-Eder.

Krieg am Bildschirm

von Anna Miller, MIGROS Kulturprozent, Zürich, CH, 04.03.2022

Endloser News-Strom, Kriegsbilder im Minutentakt: Die Digitalisierung hält uns auch in Krisenzeiten auf dem Laufenden. Sie macht uns aber auch ängstlich, überfordert, schlaflos, aggressiv. Wie können wir informiert bleiben, ohne uns verrückt zu machen? 6 Tipps.

Die Menschen in der Ukraine machen Schreckliches durch. Und die Bilder, die uns erreichen, lösen bei uns große Betroffenheit aus. Wie gehen wir besser mit den besorgniserregenden Nachrichten um? Autorin und «Digital Wellbeing»-Expertin Anna Miller weiss, wie wir uns trotzdem informieren und engagieren können.

1. Nimm deine Angst ernst

Das Wichtigste vorweg: Es nützt dir nichts, wenn du dich für deine Gefühle verurteilst. Anderen geht es im Moment schlechter als dir. Doch auch deine Angst ist real. Sie ist eine reale Konsequenz davon, was du siehst, hörst und erlebst. Das Angstzentrum deines Gehirns ist uralt - und hat sich seit Jahrtausenden nicht gross verändert. Was bedeutet: Siehst du auf einem Screen ein schreckliches Bild oder hörst du furchterregende Geräusche wie Detonationen, glaubt dein Gehirn, du seist unmittelbar bedroht. Danke deinem Körper für deinen Überlebensinstinkt!

2. Achte auf deine Gedanken

Gedanken sind mächtig. Und können dich in einen Strudel der Angst reissen, wenn du ihnen nichts entgegensetzt. Ganz wichtig deshalb: Mache einen Realitätscheck! Schreibe deine Katastrophen-Gedanken auf und überprüfe: Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Angst Realität wird? Sprich auch mit Freunden darüber. Achte aber darauf, dass ihr euch nicht gegenseitig in eine Panik hochschaukelt.

3. Überprüfe deinen Handlungsspielraum

Der Autor Stephen R. Covey hat das Konzept des «Kreis des Einflusses» geprägt. Dieser zeigt dir auf, dass es Dinge gibt, die ausserhalb deiner Macht stehen – zum Beispiel das, was Putin in den nächsten Tagen tun wird. Bei dir verursacht das: Ohnmacht und Panik. Lege deshalb den Fokus besser auf deinen ganz direkten Einflussbereich. Das gibt dir Mut, Zuversicht und ein Kontrollgefühl, was wiederum die Psyche beruhigt. Handle innerhalb deines Einflussbereichs – beispielsweise indem du spendest oder herausfindest, mit welchen Hilfsmitteln du Menschen aus der Ukraine direkt unterstützen kannst.

4. Bringe Ruhe ins System

Kein Wunder, rasen deine Gedanken und kehrt nie Ruhe ein, wenn du dein System immer wieder neu mit News fütterst! Für dein Nervensystem ist es nun deshalb besonders wichtig, das Tempo rauszunehmen und Reize zu reduzieren. Das bedeutet konkret: Schalte dein Handy aus, lade es in der Nacht ausserhalb deines Schlafzimmers. Du brauchst aber die Alarm-Funktion deines Handys? Kaufe dir einen Wecker! Entfolge Menschen in den Sozialen Medien, die dich emotional zu sehr aufwühlen.

5. Bündle Neuigkeiten und Kanäle

Du rennst doch auch nicht wegen jedem Paar schmutziger Socken in die Waschküche, oder? Schaue also lieber einmal am Tag die Nachrichten, statt alle paar Minuten eine Timeline runterzuscrollen. Abonniere Newsletter von Medien, denen du vertraust. Investiere in Bezahlinhalte. Informiere dich auch international. Höre Podcasts, wenn dir die vielen Bilder zu schaffen machen. Kaufe Zeitungen auf Papier, wenn das Online-Gerangel dich nervt. Und: Klicke dich nicht durch Gratis-Portale, die an deiner Angst verdienen.

6. Beruhige dein Nervensystem mit Bewegung

Die vielen Reize und digitalen Impulse setzen in deinem Körper Stresshormone frei. Am besten abbauen kannst du diese, indem du beim Sport ins Schwitzen kommst. Auch gut: Kalte Duschen, tief in den Bauch atmen, langsamer bewegen, den Körper regelmässig dehnen. Und: Immer mal wieder vom Bildschirm aufblicken und im Raum umherschauen. Diese Art von Orientierung im Raum hilft dem Nervensystem, zu realisieren, dass keine Gefahr im Verzug ist. Und es sich wieder beruhigen kann.

Anna Miller ist Journalistin, Positive Psychologin und Gründerin des Digital Balance Lab. Als Digital Wellbeing Expertin berät sie Private und Unternehmen zu psychischer Gesundheit in digitalen Zeiten. Die 34-Jährige arbeitet ausserdem an ihrem ersten Roman und wird dabei vom Migros-Kulturprozent im Rahmen des Mentorats-Programms «Double» unterstützt

Krieg in der Ukraine

Dem Unfassbaren nachgehen - Fragen stellen - Trost suchen im gemeinsamen Gespräch und im Gebet - das ist wichtig und in diesen Tagen eine beinahe tägliche Übung.

Hinweise auf Veranstaltungen und Gebete finden Sie hier: https://www.ekkw.de/index.php

Dort gibt es auch eine digitale Gebetswand, auf der ein eigenes Gebet veröffentlicht werden kann.

Ihr Pfarrer Dierk Glitzenhirn

 

Gebet

Wir sind entsetzt, fassungslos.

Gott, höre unseren Schrei:

Sei bei den Menschen, die angegriffen werden.

Bei denen, die mitten drin sind in Zerstörung, Gewalt, Leid und Tod.

Bei denen die fliehen.

Bei denen, die sich und andere verteidigen.

Gott, mach dem Irrsinn ein Ende.

Bring die Verantwortlichen zur Vernunft.

Rüttle deine Kirchen auf, in Ost und West, dass sie mutig, konsequent und laut für den Frieden eintreten.

Du weißt, wir haben Angst und sind unsicher. Wie wird es weitergehen? Was können wir machen? Gib uns Kräfte und Ideen. Lass uns tun, was von uns verlangt wird, auch wenn es etwas kostet.

Richte du unsere Füße auf den Weg des Friedens.

(Helmut Wöllenstein)

 

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